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Tricks gegen Gaunereien im Urlaub
Die schönste Zeit des Jahres sollte nicht durch unliebsame Zwischenfälle während der Fahrt oder am Urlaubsort vermiest werden. Gauner und Ganoven lauern jedoch entlang viel befahrener Reiserouten, an Grenzübergängen und Tankstellen, in Hotellobbys und am Strand. Tricks, wie man dreisten Räubern ein Schnippchen schlagen kann.
Falsche Polizisten in Bulgarien beispielsweise kassieren Touristen gerne wegen angeblicher Geschwindigkeitsüberschreitungen vor Ort ab. Autofahrer sollten jedoch wissen: Geldstrafen wegen Verkehrsverstößen dürfen dort nie direkt an die Kontrolleure gezahlt werden, sondern allenfalls auf der nächsten Polizeidienststelle. Wird man dennoch zur sofortigen Zahlung aufgefordert, sollte man sich die Kennnummer des Polizisten an der Uniform sowie dessen Namen notieren und bei der nächsten Dienststelle melden.
In dem osteuropäischen Land lauern auch beim Vignettenkauf Betrug und Korruption: Nicht selten bereichern sich bulgarische Grenzbeamte an überhöhten Preisen oder nötigen Autofahrer zum Kauf einer Monats- oder Ganzjahresvignette, weil Wochenvignetten momentan angeblich vergriffen seien. Neueste Masche: Es wird ein Attest verlangt, das dem Reisenden bescheinigt, nicht mit dem so genannten Schweinegrippevirus infiziert zu sein. Kann es nicht vorgelegt werden, muss das Fehlen finanziell „ausgeglichen“ werden. Oder man wird zu einer 50 Euro teuren „Impfung“ genötigt, die völlig nutzlos ist, weil es bislang keinen Impfstoff gegen die Viruserkrankung gibt. In beiden Fällen sollten sich Betroffene an die bulgarische Botschaft wenden.
Besonders dreist handelten Hoteldiebe kürzlich in den USA, die sich in der Lobby unter Vorspiegelung falscher Tatsachen den Zimmerschlüssel geben ließen und dann mit den Wertsachen das Weite suchten. Ratsam ist es hier, Geld, Schmuck und Kameras im Hotelsafe bzw. Überflüssiges gleich ganz zu Hause zu lassen.
Wechselgeldbetrug ganz generell kommt häufig an Tankstellen vor, wenn das auf die Theke gelegte Geld kassiert wird, anschließend aber weniger oder kein Wechselgeld mehr zurückgegeben wird. Oder wenn bei Kreditkartenzahlung zuviel abgebucht wird. In diesen Fällen gilt: Wachsam sein, Scheine erst übergeben, wenn das Wechselgeld hingezählt wurde, und bei Kreditkartengeschäften Belege sofort überprüfen.
Filmreif, aber nichtsdestoweniger gefährlich ist auch die Masche, Touristen an der Strand- oder Hotelbar auf ein Getränk einzuladen, die Nichtsahnenden mit K.-o.-Tropfen außer Gefecht zu setzen und dann auszurauben. Gesundes Misstrauen und gegebenenfalls ein „Korb“ kann hier die Rettung sein!
Reifencheck vor Urlaubsfahrt
Der Automobilclub von Deutschland, AvD, empfiehlt, vor der Fahrt in den Urlaub nochmals die Reifen des Fahrzeugs genau zu kontrollieren. Neben Profiltiefe und Zustand des Mantels sollte vor allem auch der Luftdruck den empfohlenen Werten des Herstellers entsprechen. Die Daten findet der Fahrzeugbesitzer entweder in der Betriebserklärung oder auf der Innenseite des Tankdeckels.
Obwohl rund 95 Prozent aller Autofahrer vorgeben, um die Gefahr geringer Profiltiefe beim Autoreifen Bescheid zu wissen, belegt die Realität der Unfallstatistik, dass ein kritisches Bewusstsein für das lebenswichtige Fußwerk aus Gummi und Luft trotz aller Aufklärungsarbeit noch immer nicht vorhanden ist. Zu diesem Ergebnis kommt auch der AvD nach Auswertung seiner Pannenstatistik 2007. Hinter den Elektronikproblemen folgen Reifenschäden als die zweithäufigste Ursache für den Ruf nach den Verkehrshilfsdienstfahrern.
Nach einer Untersuchung des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschuk-Industrie (WdK) besaßen 40 Prozent aller ausgetauschten Reifen ein geringeres Profil, als gesetzlich vorgeschrieben. Eine stichpunktartige Untersuchung des AvD an ausgewählten Tank- und Raststätten belegt eindeutig: "Nockenwelle und negativer Sturz interessiert die meisten Autofahrer mehr, als der Reifen", bilanziert Alfred Fuhr vom AvD Institut für Verkehrssoziologie.
Der AvD empfiehlt sicherheitsbewussten Autofahrern vor der Fahrt in den Urlaub regelmäßig den Profiltiefen-Check durchzuführen. Beim Tanken oder bei der Wagenwäsche sollten die Vorderräder umfänglich in einer Richtung eingeschlagen werden. Durch Sichtkontrolle kann jetzt das Abriebsbild der Reifen kontrolliert werden. Bei gleichmäßigem Abrieb über die gesamte Lauffläche wird eine Profilrille für den Schnellcheck ausgewählt.
Bei ungleichmäßigem oder einseitigem Abrieb sollte die Profilrille mit der geringsten Profiltiefe genommen werden. Anschließend wird eine 1-Euro-Münze auf den Profilgrund der ausgewählten Profilrille aufgesetzt. Ist der goldene Rand der 1-Euro-Münze gleich hoch wie die umgebenden Profilblöcke, verfügen die Reifen noch über ein gerade noch zulässiges Restprofil. Mit diesem Testprofil werden auch die Querprofilrillen sowie die Hinterräder überprüft.
Sicherheitsrelevant ist ebenso der richtige Luftdruck im Pneu. Stichproben des AvD auf Frankfurter Parkplätzen offenbaren, dass weniger als 50 Prozent der Fahrzeuge mit einem zu geringen Luftdruck gefahren wird. Teilweise fehlten bis zu einem Bar an der Empfehlung des Herstellers. Der AvD weist darauf hin, dass an nahezu jeder Tankstelle die notwendige Pumpe mit dem geeigneten Aufsatz zu erhalten ist.
