Runflat-Reifen bei der Montage beschädigt
Seit Frühjahr 2006 ist bekannt, dass so genannte UHP- und Runflat-Reifen bei der Montage beschädigt werden können. Noch im gleichen Jahr nahmen sich die Spezialisten aus der Automobil- und Reifenbranche der Problematik in einem Arbeitskreis an und präsentierten im Herbst 2007 konkrete Ergebnisse. Wichtigste Botschaft: Zu (de)montierende UHP- und Runflat-Reifen müssen eine Kerntemperatur von mindestens 15 Grad Celsius aufweisen. Dass diese Erkenntnis den Werkstätten in der Praxis jedoch wenig hilft, zeigt die Fachzeitschrift auto service praxis (asp) in ihrer aktuellen Ausgabe auf.
Theoretische Erkenntnisse und praktische Gegebenheiten in Werkstätten lassen sich nicht immer unter einen Hut bringen. Weiß man doch aufgrund genauer Untersuchungen, dass ein Reifen bei einer Anfangstemperatur von 5 Grad Celsius 100 Minuten bei 19 Grad gelagert werden muss, um die notwendige Kerntemperatur aufzuweisen. Doch die meisten Kunden wollen beim Reifenwechsel nicht warten, sondern dies sofort erledigt haben. Zusätzlich sind die Stoßzeiten im Herbst und Frühjahr problematisch, wo sich die Außentemperaturen als Hindernis für das Erreichen der notwendigen Kerntemperatur erweisen. Aufheizräume, Wärmeschränke oder Heizdecken à la Formel 1 erscheinen für das normale Werkstattgeschäft ebenso wenig tauglich wie Ideen, die Kunden zum Reifenwechsel im Mai und Oktober zu bewegen.
Diese und weitere Ideen wurden im April auch im Rahmen des 14. Round Table Reifentechnik in Poing bei München diskutiert. Welche davon eine Chance für die Werkstatt darstellen, wo man im Internet hilfreiche Informationen zum Handling von UHP- und Runflat-Reifen findet und wie Fortbildungen zu diesem Thema aussehen müssen, kann in der aktuellen Ausgabe von asp nachgelesen werden.
