Mit dem Wohnanhänger sicher in den Urlaub
In der Ferienzeit ereignen sich immer wieder Wohnwagenunfälle auf den Autobahnen und Schnellstraßen. Meistens gehen diese Unfälle mit hohen Sachschäden, leider aber auch mit Verletzten und sogar getöteten Personen nicht glimpflich aus. Polizeihauptkommissar Clemens Fischer von der Verkehrsdirektion der Kreispolizeibehörde hat die nachfolgenden Informationen und Tipps zusammengestellt.
Ein Gespann ist physikalisch gesehen ein komplexes Gebilde. Durch äußere Einflüsse wie Seitenwind, Spurrillen oder Sogwirkung überholender Fahrzeuge, aber auch bei höheren Geschwindigkeiten, neigt das Gespann dazu aufzuschwingen. Die richtige Beladung und der Zustand der Bereifung sind daher in diesem Zusammenhang von ganz wesentlicher Bedeutung. Überladung und Reifenplatzer sind häufig die Ursache schwerer Verkehrsunfälle. Um diese zu vermeiden, rät die Polizei allen Gespannfahrern folgende Empfehlungen zu beachten: Überschreiten Sie in keinem Fall das zulässige Gesamtgewicht, die Stützlast und die Radlasten. – Letztere ist durch die Traglast der Pneus begrenzt – Eine falsche Beladung des Wohnanhängers kann die Stützlast erhöhen, wodurch bei einer Überschreitung Schäden am Zugfahrzeug eintreten können und das Gespann leichter ein unkontrolliertes Fahrverhalten zeigen kann. – Nutzen Sie grundsätzlich die maximal erlaubte Stützlast für Ihr Zugfahrzeug aus. – Stellen Sie das tatsächliche Leergewicht Ihres Wohnanhängers fest, damit Sie wissen wie viel Sie zuladen dürfen (häufig unter 200 Kg). Denken Sie daran, ein Vorzelt wiegt ca. 30-70 kg, eine volle Gasflasche ca. 15-25 Kg, ein gefüllter Wassertank ca. 45 Kg, ein Fahrrad ca. 15 kg und Ihre Lebensmittel, Ausrüstung und persönlichen Gegenstände mehr als Sie annehmen. Achten Sie auch darauf, wie Sie Ihren Wohnwagen beladen. Schwere Gegenstände unbedingt in Achsnähe beladen. Sichern Sie Ihre Ladung gegen Verrutschen. Bei Überschreitung der zulässigen Gesamtgewichte und zulässigen Achslasten droht die Sanktionierung mit Verwarnungs- und Bußgeldern, ein Eintrag mit Punkten in das Verkehrszentralregister in Flensburg und häufig die Untersagung der Weiterfahrt. Neben Unfällen, ausgelöst durch Überladung, sind Reifenschäden bei Wohnwagengespannen nicht selten eine weitere Unfallursache. Tipp der Polizei: – Die Reifen sollten nicht älter als sechs Jahre sein. – Kontrollieren Sie die Reifen Ihres Wohn-/Sportanhängers vor Antritt Ihrer Urlaubsfahrt auf feine Risse in Karkasse und Lauffläche sowie den richtigen Luftdruck. – Kontrollieren Sie die Reifen mindestens bei jedem zweiten Tankstopp auf den richtigen vom Hersteller angegebenen Luftdruck . – Die Profiltiefe sollte deutlich über der geforderten Mindestgrenze von 1,6 mm liegen. Das Nichtbeachten des richtigen Reifendrucks kann nicht nur teuer werden, es ist auch äußerst gefährlich. Bei zum Beispiel 0,6 bar zu wenig Reifendruck erhöht sich der Kraftstoffverbrauch um vier Prozent, gleichzeitig verkürzt sich die Lebensdauer des Reifens um 45 Prozent. Trotzdem ist jeder zehnte Fahrer mit einem gefährlichen Minderdruck unterwegs. Verkehrsexperte Clemens Fischer: "Denken Sie daran, durch Überladung sowie alte, poröse Reifen oder einen Reifen mit zu wenig Luftdruck kommt es schnell zu einer Überhitzung und der Reifen kann platzen. Gerät der Wohnwagen einmal ins Schleudern, ist ein Unfall kaum noch zu vermeiden." Die Polizei wird daher die Verkehrssicherheit von Gespannen in den nächsten Wochen verstärkt überwachen.
